Neuanfang – wie gelingt er? (Teil 2)

selbsthilfeglueck - Wie Neuanfang gelingt

Im 1. Teil ging es darum mit einem “Neuanfang – Dein Leben verändern” und warum Neuanfänge gut sind. Wenn Du zunächst den 1. Teil lesen möchtest, klicke auf das nachfolgende Bild.

Neuanfang – Dein Leben verändern (Teil 1)


 

Neuanfang – wie gelingt er? (Teil 2)


Wir brauchen Liebe und Leid damit ein Neuanfang gelingt

Zwei Impulse braucht der Neuanfang:

Liebe und Leid.

  • Die Liebe zu einem Ziel, also: ein inniger Wunsch, ein Traum.
  • und das Leiden an der Situation, wie sie derzeit ist.

Diese beiden Impulse müssen sehr stark werden, um die Ängste zu besiegen, die uns am Aufbruch hindern.

Andreas ist Ende zwanzig, er hat sich hochgearbeitet in der Unternehmensberatung, aber seit seiner Schulzeit träumt er davon, Comic-Zeichner zu werden. Am liebsten würde er ein halbes Jahr Auszeit nehmen, reisen, Skizzen machen.

Erst mal meldet sich der Dämon Vernunft: Wenn ich jetzt aussteige, kann ich mich nachher wieder hinten anstellen.

Dann kommen die Selbstzweifel: Kann ich das?

Die Schuldgefühle: Ich lasse meine Kollegen im Stich.

Die Angst, Konventionen zu verletzen: Was denken die anderen, wenn der BWLer plötzlich Bildergeschichten malen will?

Dann die dunklen Zwillinge, Angst vor dem Erfolg und Angst vor dem Scheitern:

  • Was, wenn ich in dem halben Jahr nichts zustande kriege? Dann habe ich die Gewissheit, dass mein Traum ein Irrtum war, und alles ist wieder wie immer, nur ohne Traum.
  • Und was, wenn ich am Ende einen Vertrag für einen Comicstrip habe? Dann muss ich ja kündigen und mich in einer neuen Welt etablieren . . . Werde ich dann noch geliebt von denen, die Andreas, den BWLer, kennen? Und, ein atemberaubender Gedanke, den Andreas kaum zu Ende denken mag: Wenn alles klappt, wenn mein Traum in Erfüllung geht – habe ich es dann verdient, dass es mir so gut geht?

 

Drei Phasen des Neuanfangs und damit der Neuanfang gelingt

Es gibt ein paar Strategien, einen Neuanfang besser durchzustehen.

Zum Beispiel hilft es zu wissen, dass jeder Neuanfang, einem anthropologischen Muster entsprechend, in drei Phasen verläuft.

  1. symbolischer Tod,
  2. Chaos,
  3. Wiedergeburt.

 

1. Am Anfang muss ein echter Abschied stehen.

Nicht unbedingt von unserem alten Leben, denn es mag sein, dass vieles daran bewahrenswert ist; aber zumindest von einem Selbstbild, das uns am Aufbruch hindert.

Es gibt ein sehr einfaches Modell unserer Psyche, das etwa so geht:

Auf kritische Situationen reagieren wir mit der Strategie, mit der wir als Kinder Liebe von unseren Eltern bekommen haben. Andreas hat sich von seinen Eltern, erzählt er heute, immer dann besonders liebevoll behandelt gefühlt, wenn er erfolgreich war. Dies ist sein so genanntes Selbstkonzept: Ich muss erfolgreich sein, damit es mir gut geht. Das Geschäftsmodell “Comic-Zeichner” passt nicht zu diesem Selbstkonzept; was nicht heißt, dass Andreas seinen Traum aufgeben muss.

Dieses Selbstkonzept durch “die Aufträge unserer Eltern”: Du musst lieb sein, du musst stark sein, du musst gut sein. “Und wenn ich mir bewusst mache, dass mein Leben unter diesem Motto steht, kann ich versuchen, mich davon zu befreien.”

Ich muss erfolgreich sein? Von wegen. Ich muss Comics zeichnen.

Oder zumindest herausfinden, ob ich das kann.

“Ich muss erfolgreich sein” – schreib es auf einen Zettel und verbrenne ihn. Schreibe einen neuen Zettel mit „Ich darf Glücklichsein“, „Ich darf eine Arbeit machen die mir Spaß macht und mich erfüllt“ oder was sich eben diesbezüglich für Dich stimmig anfühlt. Hänge ihn an Deinen Spiegel oder eine Wand, wo Du ihn jeden Tag siehst.

 

2. Die Angst vor dem Scheitern zulassen

Auf diesen “symbolischen Tod” folgt das Chaos. Selbst der am sorgfältigsten geplante Richtungswechsel führt durch eine Phase der Orientierungslosigkeit, eine Zwischenzeit, in der wir uns ratlos und unsicher fühlen und womöglich voller Reue sind.

Es hilft zu wissen, dass jeder, der etwas Neues anfängt, im Laufe dieser Phase eine, wie Psychologen sagen, “darkest hour” erleben wird, einen absoluten Tiefpunkt voller grundsätzlicher Zweifel. Im Laufe dieser “dunkelsten Stunde” werden wir ein paar Illusionen verlieren und Selbsttäuschungen aufgeben müssen:

  • Vielleicht bin ich kein genialer Comic-Zeichner, sondern ein guter Illustrator.
  • Vielleicht war der Mensch, den ich glaubte zu lieben, nie mehr als nur ein Kompromiss, um nicht allein zu sein?
  • usw. …


Wie aber begegnen wir der größten Angst von allen, der Angst vor dem Scheitern? “Scheitern ist das große moderne Tabu”, welches es heute angeblich nicht mehr geben darf. Es gibt in Deutschland keine Kultur des Scheitern-Dürfens. Jeder hat nur einen Versuch und sollte im Falle eines Fehlschlags ohne viel Aufhebens wieder zur Vernunft kommen und sich in die Gegebenheiten fügen.

Selbst die klassische Psychotherapien (Verhaltenstherapie) hat eigentlich den Ansatz: Dein Verhalten so zu verändern oder anzupassen, damit Du in die Gegebenheiten bzw. Umstände, die gesellschaftlichen aktuellen Normen passt und lernst, darin und damit besser zu leben…

Denn die Gelassenheit von Samuel Becketts Maxime ist uns völlig fremd: “Try again. Fail again. Fail better.” Versuch’s noch mal, versag noch mal, versage besser.

Das bedeutet: Auch wenn ich mein Bestes gebe, kann ich das Ergebnis nicht allein bestimmen. Falls ich scheitere, hat das also nichts mit mir zu tun. Jedes Scheitern ist nach kurzer Zeit eine gute Anekdote oder ein mitreißendes Kapitel aus unserem Lebensroman.

In jedem Scheitern liegt ein enormer Schatz. Du kannst und hast enorm viel gelernt, wenn Du in der Lage bist es im nachhinein ganz offen und ehrlich Dir gegenüber zu analysieren und zu reflektieren. Mach es schriftlich:

  • Was war gut? – Was war schlecht?
  • Was habe ich falsch gemacht? – Was kann ich besser?
  • Was gab es für Signale die ich ignoriert oder übersehen habe? – Worauf muss ich besser achten und aufmerksamer sein?
  • Was habe ich falsch eingeschätzt oder übersehen? – Worauf achte ich beim nächsten mal besser?
  • Wo und wie sehe ich früher Signale? – Wie nehme ich besser, schneller, rechtzeitiger Unstimmigkeiten, Hinweise wahr?
  • Wo war ich mir selber und meinen Werten nicht treu? – Was sind meine Werte und was kann ich richtig gut?
  • Wo habe ich mich selber “verraten” oder ignoriert? – Was sind meine Wünsche, Bedürfnisse und Ziele? Wo war ich zu risikoreich? – Wo bin ich zu zögerlich?
  • und und und

Und anschließend:

  • Wie geht es jetzt weiter?
  • Wo will ich hin und in ein paar Jahren sein?
  • Was sind die nächsten konkreten Schritte und Zwischenziele?

Und dann?

Aufstehen… –

Anfangen… – Anfangen… – Anfangen…

JETZT !!! 

 

3. Kompromisse machen

Jeder gelungene Neuanfang ist ein Kompromiss und kein radikaler, gnadenloser Geniestreich.

Jede Therapeutin, jeder gute verantwortungsbewusste Coach, Berater, erfahrener Unterstützer, Mentor usw. wird einem auch den Hinweis geben: Ggf. müssen wir zunächst einen Kompromiss finden zwischen unserem Drang nach Aufbruch und unserer Angst vor Neuem.

Aus dem Traum vom sechsmonatigen Sabbatical wird dann vielleicht unbezahlter Urlaub für zwei Monate. Was stark unserem Idealbild widerspricht: Wir wollen uns doch gerade befreien aus einem Leben voller Kompromisse, wir wollen dem Chef die Kündigung hinknallen, den Partner, der uns betrügt, auf der Stelle verlassen.

 

Stattdessen: kleine Schritte, damit der Neuanfang gelingt?

  • Damit wir uns revidieren und absichern können.
  • Damit wir oft Gelegenheit haben, uns zu loben und zu belohnen.

Das klingt so schön und gemütlich, tröstlich, aber auch ein bisschen langweilig, irgendwie unspektakulär, also genau das was gegen den Trend der Social Medien geht :-).

Neuanfang als stiller Nachmittag im Streichelzoo unserer Seele…

 

Ist es das, was vom großen “Grundprinzip des Lebens” übrig bleibt?

Vom existenziellen Abenteuer?

Von unserem Kampf mit den Dämonen: kleine Schritte, große Kompromisse?

Das klingt machbar, überschaubar und darum ganz gut. Aber eben nicht sehr gut. Aufregender als das Machbare ist das Unmögliche. Das Unüberschaubare, der eine riesige Schritt.

Doch vielleicht müssen wir das große Abenteuer erst wieder lernen?

Vielleicht müssen wir akzeptieren, dass der erste Schritt winzig ist. Wollen wir nachher einen Kaffee zusammen trinken? Und womöglich ist das, was dann kommt, größer als alles, was wir je erlebt haben?

Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Hier ist die Komfortzone. Da ist die Tür.

 

Das Leben ist keine Marathon, sondern eine Vielzahl von Sprints.

Was bedeutet das? Das ist ganz wichtig: Denn einen Marathon bedeutet Stress und das hält niemand ein ganzes langes Leben lang durch. Sprints sind kurzeitig Stress und dann muss zwingend Stressabbau, Regeneration, Erholung, Entspannung kommen, bevor es zum nächsten Sprint weiter geht…. Jeder Sportler kennt das!

Wenn Du das nicht beachtest, landest Du über kurz oder lang in einem Burnout, in einer Depression oder anderen schweren Krankheiten und Katastrophen oder schlimmstenfalls frühzeitig im Grab.

* * * * * * * *

Ich kenne Menschen die können auf einen Schlag die ganz großen Schritte gehen, ich zähle mich selbst auch dazu. Manche durch Katastrophen, aber andere auch ganz freiwillig ohne Katastrophen…

Aber, und deshalb habe ich oben den Hinweis zu den Kompromissen in Punkt 3 unbedingt drin, mein ganzes Leben war immer und immer wieder von Neuanfängen geprägt. Ich habe dadurch meine Komfortzone sukzessive so stark erweitert, das meine Komfortzone mir heute sehr viel größere Sprünge ermöglicht. Ich weiß aber auch, wie viel Kraft es kostet, wie viel Durchhaltevermögen, wie viel Standfestigkeit, Resilienz usw. und ich all das, trainiert habe wie einen Muskel.

Nicht jeder Mensch kann das sofort im gleichen Umfang. Das hat überhaupt nichts mit besser oder schlechter, mit toller und verrückter oder Langsamtreter und Loser zu tun.
Je öfter Du in verschiedenen Bereichen immer wieder Neuanfänge wagst, desto vertrauter werden sie Dir. Nicht nur die Anfänge sondern auch die Abläufen, die Phasen, die dunklen Stunden, die Zweifel usw. und Du kannst diese dann natürlich auch zunehmend leichter managen, als wenn Du gerade bei einem ersten, zweiten wirklichen Neuanfang stehst.

Mir begegnen leider immer häufiger Menschen, die falsch gecoacht, beraten oder was auch immer worden…

Deshalb, Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und Amerika auch nicht innerhalb einer Nacht gefunden. Eine jede Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt…!!!

Eine Metapher: Die Größe der Schritte sollten immer individuell an Deinen Körper angepasst sein, denn ansonsten ermüden Dich zu große Schritte zu schnell, schlimmstenfalls brichst Du zusammen oder Du gibst zwischendurch auf. Andererseits, zu kleine Schritte fordern Dich zu wenig heraus, um wirklich und tatsächlich in Bewegung zu kommen…

Du hast jetzt ggf. jahrelang in einer ungünstigen Situation ausgeharrt und nun soll sich alles innerhalb von 1 oder 2 Wochen verändern und umgesetzt sein? Sorry, aber wir sind nicht im Traumland. Das hier ist Leben und so geht das nicht. Es funktioniert auch nicht wirklich dauerhaft so. Bei zu großen Schritten kommt es häufig dazu, dass die meisten zwischendurch entweder wieder aufgeben oder zusammenbrechen, im Burnout oder Depression landen usw. Jeder, der Menschen in dieser Art und Weise berät und damit in Kauf nimmt, dass Menschen sich mit genau dieser Art und Weise ins totale Chaos oder Unglück stürzen, handeln in meinen Augen völlig verantwortungslos.

Also sei achtsam und pass auch immer gut auf Dich auf !!!

Reflektiere Dich immer wieder selbst, stimme es mit Deinem inneren, Deinem Herz-, Bauchgefühl ab, unterscheide was ist Angst vor dem Unbekanntem und was ist einfach zu groß für Dich.

Keine Sorge, Deine Ziele passen sich Deinem Wachstum an. D.h. Du, sowie Deine Neuanfänge und das was Du erreichst, wachsen kontinuierlich mit Deiner Entwicklung, auch Deinem innerem Wachstum, denn ich meine hier keineswegs nur materielles Wachstum. Das innere Wachstum kann manchmal viel anstrengender oder auch entscheidender sein, als das materiell außen Sichtbare…

“Desto genauer Du Deinen Weg sofort am Anfang im Detail siehst, desto sicherer kannst Du sein, dass es nicht Dein Weg ist, sondern der Weg eines anderen.” Ich weiß leider gerade nicht mehr von wem dieses Zitat ist. Es bedeutet, Du solltest Deinen Weg immer wieder und regelmäßig auf Dich und Deine Individualität anpassen, nachjustieren usw. Deshalb kannst Du am Anfang niemals die Details Deines Weges kennen, außer Du gehst den Weg eines anderen…

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess und der hört normalerweise niemals auf und dauert ein Leben lang, wenn Du es möchtest.

Es geht auch dabei Schritt für Schritt und peu à peu, denn es zählt nicht die Geschwindigkeit oder der schnelle kurze Erfolg, sondern die Stabilität und Tragfähigkeit des Fundaments sowie die Kontinuität. Was nützt Dir der Eifelturm der nach wenigen Monaten wieder zusammen bricht, weil das Fundament und die Statik nicht stimmten? Wenn Du das trotzdem willst und möchtest, okay dann mach, es ist Dein Weg, aber ich möchte für mich persönlich und meine Kunden etwas anderes… 🙂

Ich kann Dir versprechen mit den Schritt für Schritt Anleitungen die Du hier und auf der Website immer wieder findest, kommst Du letztendlich auch da an wo Du hinwillst.

Und zwar so, dass Du Deine Dir erfüllten Wünsche, erzielten Erfolge und Taten, einfach Dein gewünschtes und aufgebautes Leben auch wirklich noch mit Freude genießen kannst und ein glückliches genussvolles Leben lebst.

Wenn Du Dir persönliche Unterstützung von mir wünschst, kannst Du mit mir gerne jederzeit hier über das Kontaktformular oder oben in der Leiste Kontakt in Verbindung treten. Wir lernen uns dann erstmal völlig kostenfrei kennen und besprechen Deinen Bedarf und Wunsch, Deine derzeitige Herausforderung. Anschließend klären wir gemeinsam ab wie meine Unterstützung speziell für Dich und in welchem Umfang aussehen kann.

Ich freue mich auf Dich!

Ansonsten auch jedem Leser alles Liebe und viel Erfolg bei Deinem Neuanfang und der Umsetzung in Dein glückliches erfülltes Leben. Vielleicht magst Du mir ein Feedback geben oder mir von Deinen Erfolgen berichten, dann tue das bitte auch gerne über das Kontaktformular oder als Kommentar unter diesem Beitrag. Dankeschön! Es ist mir immer wieder eine große Freude, wenn ich auch von den Erfolgen meiner Leser/in lesen darf und wenn ich durch meine Blogbeiträge, Anregungen oder konkrete Hilfestellung geben durfte!

Bis bald 

 

Deine Madeleine 🙏🍀💕

Initiatorin Selbsthilfe Glück

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