Angst, Sorgen – entstehen oftmals durch fehlende Entscheidungen


Ich habe das Gefühl, es gibt in Deutschland immer mehr Menschen die Angst haben. Die Angst kann vielfältig sein: Angst vor Ausländern, Angst vor Kriminalität, Angst vor Terrorismus, Angst vor Armut, Angst vor sozialem Abstieg, Angst vor Krankheit, Angst vor Entscheidungen, Angst vor Fehlern ….

Angst ist im Normalfall ein guter Warner, aber wenn die Angst zu viel wird ist es eine Kraft die Dich in Deinen Entscheidungen lähmt, die Dich einsperrt in ein Gefängnis, die Dich klein macht.

Ganze Industrie- und Wirtschaftszweige funktionieren nur auf Grund der Angst und Unsicherheit des Menschen, sei es die Versicherungsbranche, die Waffenindustrie, die Sicherheitsindustrie, inzwischen der größte Teil der Pharmaindustrie u.v.m.

Selbst die Politik, die Medien spielen immer häufiger mit Deiner Angst. Keiner ist leichter manipulierbar als ein ängstlicher Mensch. Du wirst dadurch ganz schnell der Spielball für irgendeine Interessengemeinschaft, weil Du durch Deine Angst die gesunde Entfernung verlierst, um Dir selber eine Meinung zu bilden. Durch Deine Angst verlierst Du Deine Kraft, Deinen Mut, Deine Zuversicht, ja an Deiner Persönlichkeit wird gerüttelt.

Wie Du bereits in den vorherigen Beiträgen lesen konntest, bist Du selbst für Deine Gedanken verantwortlich und Du bestimmst durch Deine Gedanken Deine Stimmung und damit Dein Glück. Du entscheidest auch selbst, was Du tagtäglich an negativen Einflüssen an Dich ranlässt. Seien es Nachrichten, negative Menschen, negative Gedanken über Dich selbst, Deine Sicht auf das Leben, auf die Welt …

Sei Dir stets bewusst: Jeder hat seine eigene Welt und Du selbst bist der Erschaffer Deiner Welt!

Nun hilft es meiner Meinung nach, herzlich wenig zu sagen: „Ich brauche keine Angst zu haben…“

Wenn jemand Angst hat, hat er Angst!

Ob sie für den Anderen verständlich, real und nachvollziehbar ist oder nicht. Mit einer solchen Aussage provozierst Du lediglich bei Deinem Gegenüber Unverständnis, Rückzug, Einsamkeit, Verlorenheitsgefühle und Du erscheinst dem Anderen herzlos, oberflächlich, kalt, unachtsam … und das ist das Gegenteil von Empathie.

Der entscheidende Punkt bei der Angst ist, wie Du selbst mit Deiner Angst umgehst. Viele Menschen versuchen sie einfach zu verdrängen, beiseite zu schieben, sich abzulenken oder rufen nach der Politik und nach Gesetzen (noch mehr Einschränkung) in der Hoffnung dadurch verschwindet die Angst.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber, dass das nur kurzfristig funktioniert. Sie kommt wieder und meistens in den Momenten und Situationen, wo Du sie gerade am wenigsten brauchst. Das kann sein, wenn Du eh gerade nicht so gut drauf bist und nicht unbedingt Deinen besten Tag hast, Du gerade überhaupt nicht damit rechnest oder sie kommt in der schwarzen Stunde der Nacht (falls Du die schwarze Stunde nicht kennst, sie ist meistens im Dreh von 3, 4 Uhr nachts).

Also ist dieser Umgang mit der Angst der falsche Weg und ein Irrtum. Es wird immer etwas geben, was Dir Angst macht, also solltest Du dieses Thema endlich mal für Dich klären, angehen!

Deshalb habe ich für mich und auch im Gespräch mit anderen einen anderen Weg beim Umgang mit Angst gefunden. Ich fand den Weg für mich irgendwann, denn mich kostete der Versuch des Verdrängens sehr viel mehr Kraft und Energie, als wenn ich mich meiner Angst oder meinen Sorgen stellte. Da ich zu diesem Zeitpunkt in schwierigen Situationen war, wo ich die noch mir zur Verfügung stehende Kraft komplett für mich und meine Gesundheit brauchte, musste ich mich meiner Angst stellen.

Ich gehe dabei wie folgt vor:

  1. Zunächst schaue ich mir erst mal genau an, wovor ich denn überhaupt Angst habe. Wenn es jemand anderen betrifft, lasse ich den Anderen erstmal genau erzählen wovor er denn konkret Angst hat oder worüber er sich Sorgen macht. Also wirklich konkret und nicht nur ganz allgemein gehalten. Dabei soll er nur davon erzählen, als würde er von außen darauf schauen und das Bild was er sieht beschreiben – ohne, dass er dabei in die Angst hineingeht. Viele Menschen sind schon mal froh, dass ihnen überhaupt erst mal einer zuhört, ohne dass es gleich weggewischt wird, sie fühlen sich ernst genommen, wahrgenommen.
  2. Versuche ich für mich selbst oder eben mit dem Gegenüber zu analysieren, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist. D.h. es gibt bei allem die Wahrscheinlichkeitsrechnung, ob mir das wirklich passieren kann. Beispielsweise Flugzeugabsturz: Es fliegen so und so viele Flugzeuge täglich und wie oft passiert ein Flugzeugabsturz? Wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass es gerade mir passiert? Ein bisschen anders ist es z.B., wenn jemand Angst davor hat den Job zu verlieren. Dann soll er dabei mal das schlimmste Szenario was passieren kann umreisen.
  3. Konkret am Beispiel Jobverlust: Es ist alles ganz schlimm, er findet nicht gleich wieder eine Arbeit usw. und er landet irgendwann in Hartz IV, verliert evtl. sein Haus oder was er ansonsten so hat … Keine schöne und erstrebenswerte Variante, aber auch das kann passieren. (Gott sei Dank haben wir aber noch einen Sozialstaat und es gibt Hartz IV oder Sozialhilfe. In vielen anderen EU-Ländern gibt es diese Absicherung in diesem Umfang nicht. Nur wenige sind sich dessen überhaupt bewusst, wenn sie auf dem Staat Deutschland rummeckern.)
  4. Dann soll er mal beschreiben, was wäre, wenn das schlimmste Szenario eintritt? Stirbst Du dann? Ist das, das Ende Deines Lebens? Nein! Hartz IV ist nicht unbedingt schön, aber davon stirbt man nicht. Man kann essen, hat zwar nur eine kleine Wohnung, aber die Grundabsicherung für Dein Leben (Krankenversicherung …) ist gegeben.
  5. Meistens beginnt nun schon, dass sich die Angst auflöst, verflüchtigt. Bis dahin war die Angst oftmals noch völlig undefiniert und schwirrte als riesen Gespenst und in einer Größe umher, die überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht. Oftmals beginnt hierbei (für manche unbewusst) die Akzeptanz des IST-Zustandes. Denn Du wirst Dir bewusst, dass es kein Gespenst, etwas Ungreifbares ist, sondern Du siehst genau, was wirklich Dein Problem, Deine Sorge, Deine Angst ist und Du erkennst dabei, was das schlimmste Szenario für Konsequenzen für Dich hätte. Dadurch wird es für Dich greifbar, händelbar, Du kannst beginnen es anzugehen und es ist kein undefinierbares etwas mehr.
  6. Nun treffe eine Entscheidung.

Erste Variante: 

Willst Du einfach in der Situation bleiben und nichts tun? D.h. abwarten bis ggf. das schlimmste Szenario eintritt?

Dann ist das Deine Entscheidung. Die Entscheidung ist weder richtig noch falsch. Du musst Dir aber darüber bewusst sein, dass Du dann in diesem Bereich Deines Lebens nicht agierst, sondern nur auf die Situationen reagierst. Und für diese Entscheidung solltest Du dann auch die volle Verantwortung übernehmen, denn Du bist ein erwachsener Mensch mit einem freien Willen. Dann jammere anschließend nicht rum oder schieb den anderen auch nicht die Schuld zu. Du hast es so entschieden und dann bleib in Deiner Opferrolle, wenn Du Dich damit wohlfühlst.

Zweite Variante:

Das Schlimmste was passieren kann weißt Du jetzt, aber Du möchtest versuchen das schlimmste Szenario zu verhindern. Dann gehst Du ab sofort ins Handeln. Du agierst wieder in Deinem Leben und bist der Kapitän in Deinem Leben. Ab jetzt wirst Du die entsprechenden Schritte einleiten und so handeln, um da schlimmste Szenario zu vermeiden bzw. abzuwenden und wirst dadurch wieder beginnen Dein Leben zu gestalten, statt abzuwarten und nichts zu tun.

Dritte Variante: 

Einen Teil musst Du akzeptieren und hinnehmen, aber Du machst das Beste aus der Situation.

Bsp. Als ich bemerkte, dass bei meiner Schmerzkrankheit keine Therapie anschlug und ich nach medizinischen Gesichtspunkten austherapiert war, musste ich für mich eine Entscheidung treffen.

Wie will ich weiter damit leben und umgehen? Okay ein Leben mit Schmerz stand lt. Ärzten und Diagnosen fest, daran konnte ich nichts mehr ändern.

Ich entschied mich aber trotz allem, dass ich nicht der Schmerz bin, ich nicht nur aus Schmerz bestehe und ich mich nicht auf den Schmerz reduzieren lasse!

Das hört sich hier zunächst leichter an als es tatsächlich ist, aber es war für mich die wichtigste Entscheidung bei dem Umgang mit meiner Schmerzkrankheit.

Wirklich begriffen – dass genau das der Knackpunkt und Wendepunkt in meinem Umgang mit der Krankheit war, erkannte ich in vollem Umfang und Ausmaß erst in der Folge.

Ich entschied mich dadurch ganz bewusst, dass der Schmerz jetzt zu mir gehört, mein Leben lang dableibt, aber das ich trotzdem das Beste was möglich ist aus meinem Leben mache. Dadurch akzeptierte ich den Schmerz, nahm mein Leben mit Schmerz an und kämpfte nicht mehr dagegen.

Nun begann zwar ein jahrelanger Prozess mit kleinen und größeren Schritten, auch Rückschlägen, aber die Grundtendenz war ganz deutlich vor mir, es ging nicht mehr länger abwärts, sondern aufwärts.

Außenstehende nahmen diese Schritte zunächst gar nicht wahr, aber das war mir egal. Ich bin Gott sei Dank ein Mensch der wenig Bestätigung von außen braucht und deshalb reichte mir was ich selber an Verbesserungen an mir sah und spürte. Ich musste dabei sehr viel Geduld mit mir haben und Ausdauer beweisen, aber heute geht es mir trotz dauernder Schmerzen richtig gut und so gut, wie ich es vor 9 Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. Der Schmerz ist inzwischen ein guter Berater für mich geworden. Er ist ein sehr guter Indikator für meinen gesamtgesundheitlichen Zustand. Er zeigt mir sehr genau und deutlich, wie ich gerade mit meinen Kräften, Energien haushalte, wie ich mit mir umgehe (körperlich, psychisch, seelisch), ob ich in Balance bin oder anfange zu schludern und gibt mir gnadenlose Warnschüsse, wenn ich es doch mal wieder übertreibe. Natürlich bin ich nach wie vor nicht so vollumfänglich leistungsfähig wie andere Gleichaltrigen, vieles kostet mich mehr Kraft als gesunden Menschen, aber ich vergleiche mich nicht mit anderen. Kein anderer führt haargenau dasselbe Leben wie ich und kein anderer kann mein Leben deshalb wirklich beurteilen, nur ich selbst. Mein Leben und ich sind einzigartig!

Außerdem habe ich durch mein Krank sehr vieles dazu gelernt, wofür ich sehr dankbar bin und was ich sehr zu schätzen weiß, z.B.

  • Lebe ich durch mein Krank sehr viel bewusster.
  • Ich bin mir tagtäglich meiner eigenen Endlichkeit bewusst und dementsprechend handele und entscheide ich.
  • Ich habe keine Zeit zum Aufschieben, morgen kann es vorbei sein. Der Gedanke an meinen Tod ängstigt mich nicht, sondern macht mich achtsam für das Leben.
  • Ich sehe auch Kleinigkeiten und bin dafür dankbar.
  • Nichts ist selbstverständlich. Ich sehe die Geschenke des Lebens (jeder von uns erhält sie tagtäglich mehrfach, nur leider übersehen sehr viele Menschen diese).
  • Ich bin für Trends, Modewellen, aufgemachte Schlagzeilen schlechter empfänglich.
  • Ich weiß, dass man mehr schaffen und aushalten kann, als man zunächst denkt.
  • Ich weiß durch eigene Erfahrung, wenn ein Leben auf ein Minimum reduziert wird, das es nur auf die Substanz in jedem selbst ankommt und er entscheidet, ob oder wann er aufgibt.
  • Alles Äußere verliert in Extrem-Situationen seinen Wert, nur was Du in Dir trägst hat Substanz und bleibt.
  • Ich nehme mir Zeit für das Leben und genieße sehr viel öfter den Augenblick. usw.

 

Egal wie Du Dich unter 6. entschieden hast, nun bist Du bei dem Schritt, wo Du Deiner Entscheidung entsprechend handelst. Reagieren oder agieren?

Wenn Du Dich für Variante zwei oder drei entschieden hast, überlege Dir nun Deine Vorgehensweise, ggf. schreibe eine ToDo-Liste, erschaffe Dir Bilder was Du erreichen willst (siehe kostenlose Anleitung: Visualisiere, aber bitte richtig -> findest Du oben im Menü, Rubrik: Für Dich) und gestalte Dein Leben.

Beginne JETZT!

Ich wünsche Dir gute Entscheidungen, bleibe dran und halte durch!

 

Deine Madeleine
Initiatorin Selbsthilfe Glück

 

 

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