Wie ein Virus (Corona) unsere Gesellschaft verändert?

Virus

Wie uns ein Virus verändert (Corona)?

Nun durch Corona verändert sich die Menschen und die Gesellschaft noch schneller. Nur wenige bemerken anscheinend in welche Richtung es geht, wenn wir nicht aufpassen. Die Schnelllebigkeit, Angst, der ständige Lärm, die Informationsüberflutung entmenschlicht zunehmend die Gesellschaft.

Jeder ist nur noch bei sich selbst und das er bloß nicht den Virus bekommt.

Das ihm da aber jemand gegenübersteht – der still nach Nähe, Zuwendung, Berührung, Annahme schreit? – Interessiert nicht mehr und spielt auch keine Rolle!

  • Jemand steht weinend vor Dir, weil die ganze aufgestaute Anspannung, Sorge, Angst und Einsamkeit der letzten Wochen jetzt raus will, ja auch mal raus muss? – Egal Abstand ist einzuhalten!!! Hand reichen mit Abstandsregel unmöglich.
  • Erste Hilfe? – Ausgeschlossen, ich könnte mich ja anstecken.
  • Mund zu Mund Beatmung um eine Leben zu retten? – Undenkbar!
  • Helfen, weil jemand gestürzt ist? – Was? Anfassen? Ich bin doch nicht lebensmüde!
  • Jemanden in den letzten Monaten, Wochen, Tagen und Stunden in den Tod begleiten ? – Nein, nur mit Abstand!
  • Zum Arzt gehen? – Nein, da könnte ich mir ja den Virus holen.
  • Im Wald in aller Ruhe spazieren gehen und so viel wie möglich Sauerstoff in den Körper aufsaugen? – Nur mit Maske! So viel Sauerstoff ist gar nicht nötig…
  • Und so vieles mehr …

So vieles hat sich verändert.

Es könnte zwar auch sein, das beide gar keinen Virus in sich tragen, aber das ist inzwischen egal. Denn immerhin besteht ja die Möglichkeit… Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, weil es im ganzen Bundesland nur knapp 300 Infizierte bei 4,3 Mio. Einwohner und im gesamten Kreis nur 10 Infizierte… Doch das alles interessiert nicht mehr, denn der Virus hat alles verändert.

Sorry, das hier ist alles kein Quatsch oder an den Haaren herbei gezogen. Nein leider nicht, ganz im Gegenteil: Ich habe das alles selbst erlebt und gehört. Dabei gingen mir manchmal fast die Gefühle und Gedanken durch und ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht “auszuflippen” und mir kein unbedachtes Wort raus rutschte.

 

Haaalloooooooo Leute, werdet mal wieder wach!!!

Wir haben derzeit keine 10.000 Infizierte und knapp 8.500 Corona-Tote in Deutschland. Wir haben 83 Mio Einwohner in Deutschland. Das heißt wir reden hier von folgender Rechnung: 8,3 Mio entspricht 10% der Bevölkerung, 830.000 = 1% der Bevölkerung, 83.000 = 0,1% der Bevölkerung , 8.300 = 0,01% der Bevölkerung.

Das heißt wir haben derzeit ganz grob 0,012% Corona Infizierte in der Bevölkerung.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das ich mich dann anstecke, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung?

Und dafür machen wir die menschlich grausamen Dinge wie oben beschrieben? Soll das unsere Zukunft sein? 

 

Ja, aber alle haben doch Angst

Stimmt, viele haben Angst, aber nicht alle. Und das so viele Angst haben, sagt einiges über unsere Gesellschaft aus…

 

Angst, Sorgen – entstehen oftmals durch fehlende Entscheidungen

 

Angst, übertriebene Sorge hat Ursachen und deshalb wäre es sinnvoll sich mal damit zu beschäftigen, wieso es so eine immense Angst in der Gesellschaft gibt…. Wir haben täglich mit ca. 150 Viren zu tun.

Es sterben jährlich in Deutschland ca. 350.000 Menschen an Herzproblemen, 250.000 an Krebs, 70.000 an Lungenkrankheiten, 24.000 an Diabetes, 20.000 an Behandlungsfehlern durch Medizin, 10.000 an Suizid, 3.000 an Verkehrsunfällen … insgesamt ca. 1 Mio Menschen pro Jahr in Deutschalnd. Ganz genaue Zahlen kannst Du Dir auch über Statista ansehen.

Vor 2 Jahren starben 25.000 an Influenza in Deutschland, wogegen es ein Impfe gibt und kein Mensch sprach damals groß darüber, geschweige das die Medien darüber berichteten.

Außerdem kommen jetzt bei vielen noch die Zukunftsängste dazu. Manche haben auch Angst vor Depression und stürzen sich jetzt Vollgas ins Getümmel, ja nicht mehr nachdenken. Bloß alles schnell vergessen usw.

 

Warum ist das so? Viel entscheidender ist doch

die Tatsache, das ich jederzeit sterben kann. Das ist immer gegeben und kann jederzeit passieren. Daran hat sich nichts verändert. Wer weiß denn, ob ich morgen früh noch mal aufwache oder ob ich umfalle und sofort tot bin? Trotz oder auch ohne Isolation, Abstandsregeln, Berührungsverbot usw. Es besteht doch die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit jederzeit zu sterben, aber davor haben nicht so viele Angst? Also ist doch jetzt die Frage: Was hat sich denn jetzt durch den Virus verändert? Was will ich vom Leben und wie will ich leben? In welcher Qualität?

Es kommt nicht darauf an,

dem Leben mehr Jahre zu geben,

sondern den Jahren mehr Leben!!!

– Weisheit von Alexis Carrel –

 

Krise als Chance (Corona)

 

Damit ich jetzt hier nicht falsch verstanden werde. Ich sage nicht das alles falsch ist oder war. Ich denke, dass man sich regelmäßig die Hände waschen, ggf. desinfizieren sollte gerade wenn man draußen viel Kontakt mit etwas hatte (Türklinken, Einkaufswagen usw.) und natürlich wenn man mit einer Risikogruppen zu tun hat. Obwohl wir inzwischen ja sehr viele Risikogruppen haben (Kranke, Alte, Übergewichtige, Diabeteskranke, Vorerkrankte, über 50-jährige usw.) eigentlich kann man auch sagen – alle… Und das man schnell reagiert, wenn Corona  Hot Spots entstehen ist aus meiner Sicht natürlich auch gut, effektiv und wichtig.

Ich denke auch, dass der Shutdown ganz zu Anfang noch richtig und vertretbar war, denn wir wollten eine solche Situationen wie in Norditalien und den Zusammenbruch unseres Gesundheitssystem wegen fehlender Schutzkleidung vermeiden.

Doch als man sah, dass die höchsten Infektionszahlen hier in Deutschland 3 Tage nach dem Shutdown waren und seither kontinuierlich abnahmen, hätte man meines Erachtens früher mit Lockerungen reagieren können, um die Folgeschäden – die im Moment noch gar nicht alle absehbar und ersichtlich sind – abzumildern.

Wir müssen auch nach wie vor aufpassen, das wir den Bogen im zwischenmenschlichen Umgang mit Abstand usw. nicht überspannen… Dazu trägt jeder seinen eigenen Teil bei.

Wir können vieles aus der Erfahrung der letzten Wochen lernen. Auch z.B. das wir schon früher hätten lockern können. Trotzdem besteht auch mit dieser Lernerfahrung zukünftig die Gefahr, dass es das nächste Mal wenn wir vielleicht früher lockern würden, es vielleicht zu früh ist?

Aber das ist Leben und so ist das Leben… Es gibt keine 100%igen Sicherheiten, außer die Sicherheit das jeder irgendwann sterben wird. Auch daran hat sich nichts verändert.

Genauso besteht auch die Gefahr, dass wenn die zweite Corona-Welle kommen sollte oder auch ein neuer Virus, es keiner mehr Ernst nimmt oder eine Hysterie entsteht. Keiner weiß es und es gibt keine Garantien.

 

Was will ich damit sagen?

Wir müssen lernen die Mediengesellschaft, Corona, den Klimawandel, die Entscheidungen u.v.m. bestmöglich zu handhaben und damit ganz einfach leben.

Wir Deutschen haben leider manchmal den Hang, dass wir zu Extremen neigen und darauf sollten wir alle achten. Vielleicht liegt der Hang in der Mentalität, vielleicht auch in der DNA, ich weiß es nicht. Ich weiß aber, wenn wir es uns bewusst machen, mehr Einflussmöglichkeiten haben und ggf. jeder für sich gegensteuern kann.

Fest steht, das Leben war, ist und bleibt gefährlich!!!

Aber das ist auch ein Grund, weshalb wir das Leben lieben. Wir brauchen Sicherheit aber auch Unsicherheit (Abwechslung) im Leben. Das sind zwei von 6 Grundbedürfnisse des Menschen.

Jeder kann jederzeit tot umfallen, nur sind wir uns dessen nicht immer bewusst. Ansonsten würden wir anders leben. Und Corona ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte Virus sein. Veränderungen gehören zum Leben dazu und diese Panikmache ist teilweise völlig überzogen.

Soll ich Dir mal was sagen: Viele Problemstellungen ändern sich nicht, nur die Zahlen ändern sich. Ich bin kürzlich auf eine Dokumentation gestoßen von Anfang 19. Jahrhundert. Weißt Du worum es da ging? Sie hatten schon damals Angst vor Überbevölkerung bei 2 Mrd. Menschen auf der Welt. Heute sind wir fast 8Mrd. Menschen auf der Welt. Sie hatten auch damals schon Angst vor Überfremdung, durch Völkerwanderungen… Kommt Dir da auch was bekannt vor? Das ist 120 Jahre her, was hat sich seither verändert an Ängsten und Sorgen? Genau so ist es mit Problemen in Unternehmen. Die Probleme sind identisch, ob Du eine große oder kleine Firma hast. Es geht nur um kleinere oder größere Zahlen.

Was ist der Schlüssel? – Gibt es eine Sicherheit im Außen?

Ich wünsche mir sehr, dass wir zu einem normalen zwischenmenschlichen Umgang zurückfinden, wie er hier in unserer Region in Deutschland üblich ist. Dazu gehört für mich auch je nach Situation und Gegebenheit das Hand geben, Hand reichen usw. (Ich höre förmlich den AUFSCHREI einiger Leser in meinen Ohren – “Wie kann man sowas nur schreiben und sagen….”).

Von mir aus kann und sollte sich jeder anschließend desinfizieren. Ausnahme bilden natürlich HotSpots.

Ein fester Händedruck von Herzen, sagt manchmal mehr als tausend Worte. Das kann man auch fühlen. Er gibt sehr viel mehr Kraft und Zuversicht. Berührung, Gefühle, Emotionen sind nicht bei allen Menschen nur mit Worten zu ersetzen. Beim Trösten verändert Nähe die gesamte Situation und Schwere und viele andere Beispiele….

Es gab früher schon mal den Waisenkinderversuch (Kasper Hauser Versuch) von Friedrich II.“Der Kaiser wollte die ursprüngliche Sprache der Menschheit herausfinden. Deshalb ließ er einige neugeborene Kinder ihren Müttern wegnehmen und an Pflegerinnen und Ammen übergeben. Sie sollten den Kindern Milch geben, das sie an den Brüsten saugen könnten, sie baden und waschen, aber keinesfalls mit ihnen kosen und zu ihnen sprechen. Er wollte nämlich untersuchen, ob sie (nach ihrem Heranwachsen) die hebräische Sprache sprächen, die älteste, oder die griechische oder die lateinische oder die arabische oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie hervorgebracht hätten. Aber er mühte sich umsonst, weil alle Kinder starben. Andere Quellen beschreiben teilweise Kinder starben, und der Versuch abgebrochen wurde … Egal, die Quintessenz des Ganzen ist, die Babys können ohne das Patschen und das fröhliche Grimassenschneiden und die Liebkosungen ihrer Ammen und Ernährerinnen nicht leben.”

Was hat Hingabe, sich fallen lassen können – mit Glück zu tun?

 

Wir hier in Deutschland sind sowieso nicht gerade dafür bekannt, dass wir die berührungs-freundlichsten / -reichsten, sowie auf große Nähe bedachteste Gesellschaft auf der Welt sind (der oberflächliche Schickimicki-Kram mal außen vor gelassen).

Ich beobachte derzeit  mit Grauen, was hier gerade abläuft und was daraus noch für Folgen entstehen werden, wenn wir nicht aufpassen und/oder das alles zu lange anhält. Demente verstehen überhaupt gar nicht warum sie jetzt auf Abstand gehalten werden. Sie fühlen nur die Zurückweisung, das Alleinsein, das veränderte Verhalten ihnen gegenüber…

Zumal die Verhaltensregeln aus meiner Sicht nicht mehr der vorliegenden Infektionszahlen entsprechend angepasst sind. Gerade auch in sozialen, medizinischen, pflegerischen, pädagogischen, zwischenmenschlichen Bereichen, ja eigentlich in allen Bereichen wo es um zwischenmenschliche Dinge geht, blutet mir derzeit das Herz…, das verändert nicht nur den einzelnen Menschen sondern unsere ganze Gesellschaft.

Aber es liegt an jedem Einzelnen selbst, was er tut und dafür muss er auch selbst die Verantwortung übernehmen.

Aus dem Schockzustand sind wir lange raus. Ein psychischer Schock hält längstens einige Tage an, aber nicht Monate. Wenn wir von Monaten sprechen, dann müssen wir je nach Schwere von einem posttraumatischen Schock oder Trauma reden oder einer ggf. draus resultierenden posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Wenn wir zukünftig von einer durch Medien traumatisierten Welt reden müssen, dann bin ich gespannt wie das weitergeht und welche Auswirkungen das noch haben wird. Ich hoffe, das dem nicht so ist.

Und deshalb wünsche ich Dir eine schöne Zeit.

Sei achtsam und vorsichtig, aber hab keine Angst.

Bleib Dir selber treu und bewahre Dir Deine Mitmenschlichkeit.

Bewerte andere nicht, sondern beobachte Dich selbst.

Bewahre Dir die Wärme, Liebe und Nähe, sowie alles was Du zu Deinem Glück brauchst. 

Und achte gut auf Dich selbst, ohne die anderen zu verachten.

Bis bald!

 

Deine Madeleine
Initiatorin Selbsthilfe Glück

Bewusstwerdung: Die Welt ist der Spiegel Deiner inneren Überzeugungen

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